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In eigener Sache:

Leidiges "Anti"-Deutschtum

Mal nennen sie sich "israelsolidarische Antifaschisten", mal "Kritiker des linken Antisemitismus" mal "Antideutsche". Mal tarnen sie sich links. In der Regel stellen sie klar, dass sie gegen die Linke "mehr als Hass, nämlich Verachtung" empfinden.

Von einem ex-linken Randphänomen sind sie inzwischen zu einem ultra-rechten Machtfaktor geworden, der in breiter Front gegen Linke vorgeht. In der Rosa-Luxemburg-Stiftung haben sie z.Z. das sagen. Sie verfügen über erhebliche Finanzmittel. Ein fraktionsübergreifendes Netzwerk von Bundestagsabgeordneten (Linke, SPD und Grüne) setzt sich für Kriegseinsätze der Bundeswehr im "Krieg gegen den Terror", gegen "Antiamerikanismus" ein und für bedingungslose Solidarität mit der Netanjahu-Regierung.

Militant gehen sie gegen linke Internationalisten vor, auch gegen Jüdinnen, die es wagen, die ultra-rechte israelische Regierung zu kritisieren. Kritik am Kapitalismus ist für sie "struktureller Antisemitismus". Bei sozialen Protesten und Kämpfen sprechen sie vom "rot-braunen Mob, den man mit allen Mitteln zu bekämpfen müsse". Jede Form des Pazifismus sei Kumpanei mit einer "antisemitischen Internationale die von Ahmadinedschad bis Chavez reicht".

Weil wir die revolutionäre Mai-Demo 2010 mit organisiert haben, haben wir uns ihre besondere Feindschaft zugezogen.

Es ist unserer festen Überzeugung nach unumgänglich, dass sich die gesamte Linke mit ihnen auseinandersetzt. Zu den Machenschaften der "Anti"-Deutschen und ihrer Bündnispartner hat das Mai-Bündnis eine offizielle Erklärung verfasst. Mit ihren neokonservativen "geistigen" Grundlagen haben wir uns schon häufiger befasst: Wir haben außerdem eine Veranstaltung der TAN zu diesem Problem unterstützt:

Der "antideutsche" Neokonservatismus als Klassenkampf von oben

"Dieses Verständnis des Kapitalismus ist verkürzt und damit strukturell antisemitisch" so oder ähnlich klingt es immer öfter aus den Reihen der linken, autonomen und Antifa-Szene, wenn Kritiker der kapitalistischen Ausbeutungsordnung die Profiteure dieser Ordnung beim Namen nennen.

Kapitalismus, heißt es dagegen aus der Szene, sei ein "abstraktes System", in dem es Kapitalisten gar nicht gebe. Wer das trotzdem behaupte, personifiziere das "apersonale" System - wer von Kapitalisten rede, meine eigentlich "die Juden." Antikapitalismus und Antiimperialismus werden so als "antisemitisch" diskreditiert.

Wo Menschen gegen kapitalistische Ausbeutung aktiv werden, sehen sie mit (Verbal-)Attacken und Denunziationen konfrontiert. Gewerkschaftliche Aktionen für die Regulierung der Finanzmärkte werden ebenso unter Antisemitismus-Verdacht gestellt wie zuletzt die revolutionären 1. Mai-Demo in Hamburg, deren Motto "Kapitalismus zerschlagen! Klasse gegen Klasse!" - lautete.

Weil die "Mahner" vor einer "verkürzten Kapitalismuskritik" ihre Traktate mit marxistisch klingenden Begriffen garnieren, wirkt es oft so, als handele es sich um eine linke Kritik an rechten Tendenzen. Aber in Wahrheit richtet sich die antideutsche Kritik am Antikapüitalismus gegen die Linke und ARbeiterbewegung. Sie ist eine Spielart neokonservativer und antikommunistischer Herrschaftsideologie, die der "Barbarei" sozialistischer Politikmodelle die "Freiheit der Märkte" gegenüber stellt. Sie ist Klassenkampf von oben.

Auf unserer Veranstaltung werden beispielhaft Strategien der "antideutschen neokonservativen" erläutert und ihre anti-linken Kampagnen diskutiert. Es wird aufgezeigt, wie und mit welchen Mitteln linke Politik von ihnen - nicht nur propagandistisch - bekämpft und Geschichtsklitterung betrieben wird.

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