Inhalt:
→ Raus aus Eimsbüttel
→ Wen trifft Hartz IV?
→ Die Große Koalition im Stadtteil
→ Wirkt grün: die GAL
→ Wirtschaftsnah: die CDU
→ Solidarisch und deutsch: die SPD
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| "Arbeitsagentur" im Eppendorfer Weg |
Raus aus Eimsbüttel!↑
Gegen die Hartz-Parteien am 25.09 in Eimsbüttell
Raus aus Eimsbüttel müssen wegen Hartz IV schätzungsweise
weit über tausend Menschen.
Das liegt an der neuen Regelung über die Wohnungsgröße.
Allein-Wohnenden stehen nach Hartz nur noch 41 qm zu. Die angemessene"
Wohnungsgröße für Sozialhilfe-BezieherInnen liegt
jetzt noch bei 45 qm. Sogar Menschen, die jetzt Sozialhilfe erhalten,
kommen durch Hartz IV in Gefahr, ihre Wohnung zu verlieren.
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| »Der Einkommensmillionär Peter Hartz ist bis
heute Mitglied in IG Metall und SPD.« (STERN 2004) |
Hinzu kommt: egal wie hoch die Miete ist, übernommen werden
bei Alleinstehenden maximal 318 Euro, also deutlich weniger,
als die meisten tatsächlich bezahlen müssen. Für
ihren Lebensunterhalt (inc. Strom, Versicherungen, Kleidung, Ersatz
von defekten Haushaltsgeräten) haben Alleinstehende nach Hartz
IV nur 345 Euro zur Verfügung. Von diesem Betrag kann
die Differenz zwischen der tatsächlichen Miete und dem Mietzuschuss
nicht beglichen werden. Im Laufe des kommenden Jahres rechnen Mieter-
und Grundeigentümerverbände mit einer Masse von Räumungsklagen.
Das Arbeitslosengeld II (ALG II) deckt ausdrücklich nicht die
Kosten für eine Wohnung, sondern nur noch - so wörtlich
- für Unterkunft".
Ob Räumung oder nicht, von der Umstellung auf Arbeitslosengeld
II (ALG II) sind in Eimsbüttel 7.000 - 8.000 Menschen direkt
betroffen. Indirekt erwischt es praktisch alle.
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| Nebensache Mensch |
Wen trifft Hartz IV?↑
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Die ganze Familie trifft es, wenn ein Familienmitglied
unter Hartz IV fällt. Das Familienmitglied bekommt dann unter
Umständen kein Geld vom Arbeitsamt, weil es in einer Bedarfsgemeinschaft"
lebt.
- Leute, die einen Nebenjob haben, werden ihn früher
oder später verlieren. Schon jetzt werden immer mehr SozialhilfebezieherInnen
zu 1-Euro-Jobs" gezwungen. Aber mit der Arbeitsmarktreform"
Hartz IV wird eine ganze Lawine von 1-Euro-Kräften"
auf dem Arbeitsmarkt landen. [00→]
Es ist erklärtes Ziel der Bundesanstalt
für Arbeit, diese 1-Euro-Kräfte" gerade dort
hin zu schicken, wo sich bisher Leute etwas dazu verdient haben.
Dazu gehören 400-Euro-Jobs, Putz- und Haushaltshilfen, Zeitungsausträger,
Nachhilfe-Untericht...
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| Wochenmarkt Eimsbüttel Sommer 2004:
viel Platz und Klamotten-Stände |
Leute mit festem" Arbeitsvertrag, also einem
bisher sicheren Lohneinkommen erwischt es spätestens, wenn
sie arbeitslos werden und ALG II beantragen müssen. Die Chancen
dafür steigen durch Hartz IV beträchtlich. Schon lange
werden kaum noch unbefristete Arbeitsverträge nach Tarif
vergeben und frei werdende Stellen durch Aushilfen"
besetzt. Solche Aushilfen" werden durch Hartz IV billiger
denn je auf den Arbeitsmarkt geworfen, z.B. durch Personal
Service Agenturen". Dieses Lohndumping wird sich auf die
Beschäftigten in allen Branchen auswirken. [01→]
- Auf den Einzelhandel wirkt es sich unmittelbar aus, wenn
Tausende Menschen drastische Einkommensverluste haben. Dort werden
noch mehr Jobs wegfallen und noch mehr unbezahlte Überstunden
geleistet werden. Noch mehr Läden werden schließen.
Ganze Ladenzeilen werden veröden.
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| Große Koalition: Merkel, Westerwelle,
Scherf, Schröder |
In Eimsbüttel sind breiteste Bevölkerungsschichten durch
Hartz IV in ihrer Existenz bedroht. Die Parteien, denen wir
die Hartz-Gesetze verdanken, agieren mitten unter uns.
In Berlin sind sie faktisch eine anti-soziale Große Koalition
eingegangen. Aber in Eimsbüttel präsentieren sie sich
vielfältig und bunt, familienfreundlich und bürgernah.
Mitten im Stadtteil: die Große Hartz-Koalition↑
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| Idole fürs Parteivolk: Müntefering,
Scholz, Büttikofer, Schröder |
In ihren Partei-Büros organisieren sich die Wahlkampf-Helfer,
denen Schröder, Merkel usw. ihre zweifelhaften Wahlerfolge
zu verdanken haben. Von hier aus wurden die zahllosen Wahlversprechen
und Wahlkampflügen unter's Volk gebracht. Sie sind auch dann
präsent, wenn die ParteiführerInnen in Amt und Würden
sind und sich an ihre Wahlversprechen gar nicht mehr erinnern können.
Zwischen den Wahlen werden in den Parteibüros die Mitglieder
auf Linie getrimmt. Ihnen wird eingetrichtert, daß
der Standort Deutschland in Gefahr" sei, daß
die Kassen leer" wären und daß wegen
dem Aufschwung" dringend Steuersenkungen für
Reiche sein müßten. Hier tummeln sich Menschen, die sich
PolitikerInnen wie Stoiber, Merkel, Merz, Clement und Göring-Eckart
ausgerechnet zu ihren persönlichen Idolen auserkoren haben.
Sie kleben Plakate, auf denen z.B. der soeben abgehalfterte Generalsekretär
der eigenen Partei feist grinst. Hier werden z.B. Kinderfeste"
organisiert. Man verteilt Luftballons und Desinformations-Broschüren
über Hartz IV. Dann kommt unser Mann im Bundestag",
und widmet sich ausnahmsweise nicht dem Lobbyismus, sondern dem
Wahlvolk.
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| Idole fürs Parteivolk: Angela von Beust
und Ole Merkel. |
Hier herrscht patriotische Stimmung. Was gut für Deutschland
ist - Billiglöhne, Zwangsarbeit, niedrige Arbeitgeber-Anteile,
Praxisgebühren, Dosen-Maud -, das ist auch gut für die
Partei, gut für die Arbeitsplätze" und
gut für Eimsbüttel. Die eigene Partei liebt man genau
wie ein BVB-Fan seinen Verein. Man identifiziert sich damit, weil
man das schon immer so gemacht hat - egal was der Partei-Verein
mal wieder verzapft hat. Unterschiede zwischen diesen Parteien
gibt es schon. Nur: welche?
Wirkt grün: die GAL ↑
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| gefälschter Wahl-Slogan der GRÜNEN |
Die Grünen unterscheiden sich von den anderen Hartz-Parteien
durch einen Personenkult, der George Bush vor Neid erblassen
lassen könnte. Alle lieben ihren Joschka". Unser
Joschka" kämpft gerade um einen ständigen Sitz
Deutschlands im UN-Sicherheitsrat. Deutschlands gewachsene
Verantwortung" macht das möglich. Dieser Zuwachs
an Macht hat Deutschland durch die steuerfreien Gewinne seiner
international agierenden Firmen und durch die niedrigen Lohn-Stückkosten
ihrer Mitarbeiter. Dieser Machtzuwachs kam z.B. auch durch den Krieg
im Kosovo. Die Grünen, die damals nicht ausgetreten sind, sind
stolz auf diese erste deutsche Kriegsbeteiligung seit 1945. Sie
sind stolz auf Deutschlands gewachsene Verantwortung".
Sie schätzen die Großmacht-Ambitionen ihres Joschka"
und mögen es, wie er in andere Länder hineinregiert.
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| Ausgemachte Sympathie-Träger: Josef "Joschka"
Fischer und "Kaiser" Franz Beckenbauer |
In Hamburg nennt sich die Partei GAL. Im Stadtteil geben sie sich
oppositionell, nach dem Motto: Grün, Grüner,
Eimsbüttel". Tatsächlich ist der GAL-Landesverband
ganz die Berliner Regierungspartei. Man verbreitet Sprüche
des Großen Vorsitzenden Fischer:
Die Ängste der Menschen nehme ich sehr ernst. Aber
wir können sie entkräften." Er entkräftet"
sie z.B. durch solche Unwahrheiten: Hunderttausende von
Sozialhilfeempfängerinnen und -empfängern werden
sich nicht nur materiell besser stellen." Wenn man z.B.
die Streichung der Beihilfen in Notlagen unter den Tisch fallen
läßt. Die Sozialhilfe-BezieherInnen würden, laut
Fischer endlich Anspruch und Zugang zur Jobvermittlung
haben." Was für Jobs? Mit Löhnen, von denen niemand
leben kann, z.B. für einen Euro bei der Beschäftigungs"-Firma
Hamburger Arbeit". Fördern und Fordern",
darauf steht der Joschka". Fördern"
will er vor allem BesserverdienerInnen. Das sind nämlich
die grünen Stammwähler. Für die will er die Steuererleichterungen,
die zum 1. Januar in Kraft treten sollen: Auch der Steuerwettbewerb
ist Teil des Standortwettbewerbs...." (Fischer).
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| Wunsch-Typ CDU-Wähler: Malocht gerne für
dünnes Geld. Durch die Agenda 2010 bekommt er jetzt einen
gelben Bauhelm und wird ein berümtes Foto-Modell. |
Wirtschaftsnah: die CDU↑
Auch die CDU ist in Eimsbüttel präsent. Miteinander
leben, reden & gestalten", wollen sie hier. Weil ihnen
weniger Wähler davongelaufen sind als der SPD, dürfen
sie Hamburg ganz alleine gestalten. In Hamburg regiert der Joschka"
der hiesigen CDU. Er heißt Ole". Metropole
Hamburg - Wachsende Stadt", so verkauft die CDU ihre
Standort-Politik. Was wächst? Die Protz-Bauten in der in der
Hafen-City" und lauter Büroflächen zu
vermieten".
Wachstum kostet Geld. Als Wirtschaftsfachmann weiß Ole",
wo die Gelder zu holen sind. Z.B. aus Kürzungen des Blindengeldes.
Oder dem Verkauf der LBK-Krankenhäuser. Dagegen hatte
sich zwar die absolute Mehrheit der HamburgerInnen ausgesprochen.
Aber die CDU weiß, was Wahlen bedeuten: die Lizenz zum
Herrschen.
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| CDU-Sympathie-TrägerOle von Beust (Bürgermeister)
mit weiblichem Fan. |
In Berlin steht die CDU praktisch in einer großen Koalition
mit der SPD. Alle Sozialabbau-Gesetze hat sie im Bundesrat mit beschlossen.
Sie hat Image-Probleme: schafft sie es, rechts von der SPD und links"
von der NPD zu bleiben? Leistet sie sich auch ein bißchen
sozialen Touch, oder verliert sie dann StammwählerInnen an
die FDP? Deswegen hat sie darauf geachtet, daß alle Reformwerke"
auch ihre Handschrift" tragen. Die Praxisgebühr
- die CDU wollte sogar 10 Euro pro Arztbesuch - und andere
kleinliche Sauereien sind Beispiele dafür. Weil sie ansonsten
an Schröders Politik nicht viel auszusetzen hat, will diese
angebliche Opposition", gar nicht so schnell den
Kanzler stellen. Wenn Schröder abtritt, will Merkel in seinem
Sinne weitermachen.
Solidarisch und deutsch: die SPD ↑
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| Wunsch-Typ SPD-Wähler: Malocht gerne für
dünnes Geld. Durch die Agenda 2010 bekommt er jetzt eine
Frau, die ihm dicke Fress-Pakete nach Hause schleppt. |
Trübe Stimmung herrscht bei der SPD in Eimsbüttel über
die vielen Parteiaustritte. Man klagt, dass man
sich als Gewerkschafter in der SPD nicht mehr wieder findet"
(SPD-Mitglied). Umgekehrt fühlen sich SPD-Funktionäre
in den Gewerkschaften leider noch pudelwohl.
Dort arbeiten sie daran, daß die organisierten Arbeitnehmer"
sozialen Frieden halten, damit ihr Schröder in Berlin
machen kann, was er will. Nur die SPD konnte derartige schmerzhafte
Einschnitte in das soziale Netz" durchsetzen. Wo aber SPD-Funktionäre
ihren Einfluß auf Gewerkschaften verlieren, entwickelt sich
Widerstand gegen Schröders Anti-Sozialpolitik. Um ihren Einfluß
auf die Opfer ihrer Politik zu behalten, verbreitet die SPD ein
solidarisches Image".
Solidarität" bedeutet bei den Genossen"
nur eins: nationale Treue zur Deutschland-AG". Wir
in Deutschland" lautete das Motto des letzten SPD-Landesparteitags.
Der Deutschland-AG" ist das Einkommen der breiten Bevölkerungsmehrheit
zu teuer, obwohl sich das Durchschnittseinkommen im freien Fall
befindet. Ein-Euro-Jobs, Mindestlöhne und noch mehr Hartz mußten
her. Nur soll niemand merken, daß sich diese Arbeitsmarkt-Reform"
gegen alle Lohneinkommen richtet, und nicht nur gegen die Langzeitarbeitslosen".
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| Wunsch-Kanzler von Bossen und SPD-"Genossen". Mit Hamburger
"Urgestein" Olaf Scholz (abgehalftert) und NRW-Kumpel-Typ "Münte"
(Wahlkampfmanager und derzeitiger Parteivorsitzender, noch nicht abgehalftert) |
Deswegen verbreitet die SPD Stammtischparolen, die man früher
nur von Besoffenen und Rechtsradikalen kannte: Es gibt
kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft!", tönt
Schröder schon seit 2001. Der Kanzler schürt Sozialneid.
Jener geht nicht gegen Leute mit Kapitaleinkünften, die durch
Schröders Politik Millionen-Einkommen absahnen, ohne zu arbeiten.
Mit seiner rechten Parasiten-Hetze meint er vielmehr die
Leute am unteren Ende der Einkommens-Skala: Ost wie West
gibt es eine Mentalität bis weit in die Mittelschicht hinein,
dass man staatliche Leistungen mitnimmt, wo man sie kriegen kann..."
(Schröder 2004). Natürlich weiß er, daß Millionen
Anspruchsberechtigte keine Leistungen beantragen - schon wegen der
Schikanen durch die Behörden. Aber das will Genosse"
Schöder gerne vertuschen.
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| Peinlich: SPD-Filiale Eimsbüttel Nord |
Ablenken wollen die „Genossen” besonders von dem größten
Skandal: Eine der reichsten Volkswirtschaften der Erde hat
für einen großen Teil der Bevölkerung keinen Existenz
sichernden Job, ja nicht mal eine menschenwürdige Grundsicherung.
Viele Genossen" finden das zwar auch irgendwie nicht
in Ordnung. Solange sie aber nicht austreten oder etwas anderes
dagegen tun, haben sie die Politik ihrer Partei mit zu verantworten.
Das trifft auf alle Hartz-Parteien zu.
Nein, diese Parteien sind keine guten Nachbarn.
In einem so reichen Land wie Deutschland gäbe es Genug für
alle.
Aber diese Parteien machen Armut und Lohndumping per Gesetz.
Wir gehen gegen ihre antisoziale Politik auf die Straße
und fordern
Wohlstand für Alle! Weg mit Hartz IV!
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