Logo
Artikel
Startseite: Aktuell
NEU Hartz IV - Soziale Gerechtigkeit - Menschenwürde
Sanierung der Finanzen durch immer mehr Ausbeutung und Armut? (Veranstaltungsankündigung)
«Echte Demokratie» als Heilmittel
Maidemo 2011 Aufruf
Mitschnitt: «Anti-»deutscher Klassenkampf von oben
Mitschnitt: Der soziale Frieden: Wie unter Mitwirkung des DGB Arbeit immer flexibler und preiswerter gemacht wird.
Mitschnitt: Wer sind die «Kapitalisten?»
Mai-Aufruf 2010
Mit Zwangsarbeit zur Vollbeschäftigung?
Fotos der Aktion Juli '08
In Armut leben - früher sterben
Lohndumping durch Leiharbeit
GDL-Arbeitskampf: ohne Streik geht nichts.
Dialog à la GAL mit Polizeieinsatz
Bilder von unserer Aktion gegen die HAB
HAB: Zentrale für Zwangsarbeit
EU-ASEM-Ministertreffen - was will der EU-Imperialismus?
G8 - Der Gipfel des Imperialismus
Die Kosten explodieren?
Schikanen und Zwangsverpflichtung
11 Thesen zur DGB-Politik
Karstadt-Aktion
Karstadt und Massenentlassungen
Gegen die Hartz-Parteien
Resolution
Gründungsaufruf
Archiv
Kommunikation
Mail + Impressum
Links
Bilder
Material zur Diskussion
Work in Progress
  Weltwirtsschafts-
Krise und Armut (Fragmente)
  Thema Mindestlohn
  Demo-Parolen
Bahamiten u.a. "Anti"-Deutsche
  Antikritik à la Fake McGuffin
  sog. "Globalisierungskritik" und Nationalismus [2007]
  Griff ins Klo [2004]
  Säuberungen bei fsk [1999]
  Abschied vom Proletariat [ab 1993]
Rainer Roth
  Vortrag 27.5.04
  Arbeitszwang, in Ewigkeit, Amen - Roths Argumente gegen das BGE
EU-Rat Lissabon
  SoZ 07/2000
  EU-Materialien
Historisches
  Lafargue: Recht auf Faulheit
  Das Kapital, Bd. 1 (2,7 MB!)
   
   
invisible, space  
Version 29.05.2004 Drucken

Griff ins Klo

Neue Entwicklungen der „anti”-deutschen Szene

Von Kim Holland, Mai 2004
Gruppe Kritik und Diskussion Hamburg

Einen «innerlinken Streit» nannte Gaston Kirsche die Auseinandersetzungen um eine „anti”-deutsche Demonstration, die von der «kleinen Berliner Zeitschrift Bahamas» am 24.04. im Schanzenviertel inszeniert worden war. Er monierte, daß «hier Linke, die für Israel demonstrieren, von anderen Linken angegriffen wurden».[01] Es ist merkwürdig, daß die Bahamas-Demo als „links” bezeichnet wird. Denn die Redner der Demonstration haben keinen Zweifel daran gelassen, daß «dieser Umzug jedenfalls kein linker gewesen ist [02] ».
Offenbar gibt es über die Bahamas-Szene - gewollt und ungewollt - ziemliche Unklarheiten. Wir haben einen tiefen „Griff ins Klo” gemacht und uns die neueren Artikel in der «kleinen Berliner Zeitschrift» (Kirsche), oder treffender: dem «antilinken Kampfblatt Bahamas» (AK [03] ) genauer angesehen. Im Klartext kann man dort die neueren Entwicklungen der „anti”-deutschen Szene nachlesen. Als Hintergrundinformation haben wir einen Extrakt dieser Brühe zusammengestellt.

Staatsterror gegen «gezüchtete Bestien»

Das Hauptanliegen der Bahamas-Szene ist - oberflächlich gesehen - der Kampf gegen «Leute, die mit Israel nicht solidarisch sind, Antisemiten also»[04] . Aber schon aus dieser Definition ergibt sich, daß Antisemitismus für diese „Anti”-Deutschen nur ein Ticket dafür ist, alles und jeden zu denunzieren. Bei ihrer „Israel-Solidarität” geht es der Szene auch keineswegs um die Sicherheit der Bewohner Israels. Die haben nämlich, ginge es nach den Bahamas, keinen Frieden zu erwarten. Sie haben den Job, dauerhaft Staatsterror gegen die Insassen der besetzten Gebiete auszuüben. Den Palästinensern ist «auf absehbare Zeit hin nur militärisch durch Großrazzien und Besetzungen, durch Liquidierungen der Hauptakteure im judenmordenden Bombengeschäft, durch Gefangennahme etc., also nur durch die dauerhafte Präsentation militärischer Überlegenheit, beizukommen[05] », so die Bahamas.
Diese „Anti”-Deutschen marschieren mit der der Israel-Fahne nicht trotz, sondern ausschließlich wegen Sharons Staatsterror. Die selben Figuren, die jede Kritik an der israelischen Politik als Antisemitismus geißeln, äußern eine «harsche Kritik der israelischen Zugeständnisse seit den „Oslo-Verhandlungen”[06] ». Sie meinen, «daß ein palästinensischer Staat derzeit nicht wünschenswert ist[07] », weil er «keinen anderen Status beanspruchen könnte als eine weitere Heimstatt der Überflüssigen[08] ». Bei den «Überflüssigen» handelt es sich um «menschlichen Bomben in Serienproduktion [09] ». Sie sind Produkte eines «diabolischen Konzepts» und genaugenommen nichtmal Menschen: «Die arabische Liga und die palästinensische Führung haben mit voller Absicht Millionen von vorneherein verlorener Existenzen gezüchtet, die nur auf Antisemitismus gedrillt sind, lebende Bomben, die seit 1967 auch noch unter israelische Besatzung gekommen sind.» Dazu behaupten die Bahamas, daß die Palästinenser «keinen Staat Palästina wollen, sondern nur die Juden ins Meer treiben, weil sie keinen Alltag, sondern den permanenten Ausnahmezustand suchen». Speziell Kindern und Jugendlichen in den besetzten Gebieten, den «gezüchteten jungen Palästinensern», dürfe Schonung nur gewährt werden, «wenn sie endlich darauf bestünden, keine Bestien mehr sein zu wollen»[10] .[11]
Derartiger, kaum noch steigerungsfähiger rassistischer Dreck richtet sich durchaus nicht nur gegen die Leute in Palästina, sondern steht exemplarisch für den Umgang mit «einer irrsinnig gewordenen Dritten Welt»[12]. Man erhofft von den westlichen Staaten den «Eingriff in die dort wuchernde Barbarei».[13] Deswegen sehen sich die „anti”-deutschen Kriegshetzer als «Bellizisten zunächst einmal ausreichend und durchaus ehrenvoll charakterisiert»[14]. Sie sind fanatische Anhänger der Politik von Bush und wollen dauerhaften Krieg zur «Verteidigung der Zivilisation»[15] . Todfeind der Zivilisation sei eine Weltverschwörung[16] der UNO, der Moslems und vor allem der Linken: «der antiimperialistische Volkssturm der ganzen Welt, den man aus Durban, Genua und Florenz bereits kennt»[17] .

Von Linken versaut: der deutsche Volkscharakter

Das Konstrukt eines deutschen Volkscharakters, ist Ausgangspunkt und wesentliches Merkmal der gesamten „anti”-deutschen Milieus und diente früher vorwiegend der rassistischen „Erklärung” des NS-Staats. Dieses Konstrukt hat in letzter Zeit einige Umbauten erfahren. Gaben sich die „Anti”-Deutschen früher den Touch, aktive Antifaschisten zu sein, konstatiert man neuerdings, «welche gesellschaftliche Randerscheinung organisierte Neonazis im Jahre 2004 in Deutschland sind» und kotzt sich aus, daß «die Nazi-Demo am 31. Januar ins Visier des Volksfrontzorns geraten ist»[18] . Jenen «Volksfrontzorn» galt es durch Störung der Antifa-Demo anzugreifen. Überhaupt tauchen Nazis in der „anti”-deutschen Hetze nur noch auf, wenn es gilt zum «Kampf gegen die Linksnazis»[19] zu blasen. Bei dieser Sorte Agitation «schließen Neonazis wie Linksdeutsche auf den Straßen den Hitler-Stalin-Pakt von 1939 noch einmal, diesmal vereint zur Querfront gegen USA und Israel»[20] . Da antisemitischer Terror für „Anti”-Deutsche offenbar nur in Israel ein Problem ist, meint man, «dass eine von Horst Mahler geführte Demonstration unter dem Motto „Befreiung für Palästina” irrelevant ist im Vergleich zur Mobilisierung von GlobalisierungsgegnerInnen»[21] . Daß die Nazi-Szene zu Anschlägen gegen Synagogen - und übrigens auch gegen Moscheen - aufrüstet, ist für sie irrelevant.[22]
Ausschließlicher Feind ist die Linke, die «antiimperialistischen Friedensfreunde», «und der Haß auf diese menschlichen Schutzschilde jeder Barbarei»[23] wird in jedem Traktat der Bahamas geschürt. Dazu nutzen die „Anti”-Deutschen jedes Attribut rechtsradikaler Untermenschen-Hetze. Linke äußern sich mit «stammelnder und lallender Zunge»[24] . «Die deutsche Linke ist grundsätzlich wahrnehmungs- und verhaltensgestört»[25] . Linke haben eine «zu allem Unheil bereite Sexualität», sind ständig «auf Täterjagd nach potentiellen Vergewaltigern». Überhaupt ist die Linke «in ihrer Mehrheit so nationalrevolutionär wie Gregor Strasser oder Adolf Hitler gestimmt, sie ist Feind jeder Bemühung um Emanzipation und muß bekämpft werden»[26] .
Daß ausgerechnet eine gesellschaftliche Randerscheinung wie die hiesige Rest-Linke zum Haßobjekt Nr. 1. der „Anti”-Deutschen geworden ist, hängt damit zusammen, daß sie die Linke für die Avantgarde des Deutschtums halten. So lautet die „anti”-deutsche Gleichung jetzt: «links gleich deutsch und deutsch wenn auch nicht ausschließlich gleich links»[27] .
Die Linke ist schuld daran, daß der «nationale Konsens in Deutschland ein antinationaler ist»[28] . Anti-Nationalismus wird von den Bahamas genauso bekämpft, wie Anti-Rassismus[29] . Für diese „Anti”-Deutschen hat sich inzwischen auch herausgestellt, daß Deutschland schon immer das «Land der Sozialisten» war. Beweis: «Den Deutschen ist schon das Wort Kapitalismus so verdächtig, daß sie sich quer durch die politischen Lager strikt davon abgrenzen.»[30]
Dabei ist sich die „anti”-deutsche Szene schon länger sicher, daß es sich auch bei der NSDAP eigentlich um linke Antikapitalisten und Antiimperialisten gehandelt hat. Um so positiver kann man sich auf jetzigen deutschen Imperialismus beziehen und «zwar unter der Parole „Waffen für Israel”. Diese Losung ist nicht nur dann richtig, wenn Deutschland sie zu liefern sich weigert»[31] .[32]

„Anti”-deutsche Arbeitsteilung

Wir wollen natürlich die „Anti”-Deutschen nicht alle über einen Kamm scheren. In der Szene existiert wirklich ein gewisser Spielraum an Meinungen. Ihr Spektrum ist durch fließende Übergänge gekennzeichnet, ohne eine klare Abgrenzung der soften Fraktion gegenüber den Hardcore-Rassisten.[33] Es arbeiten längst nicht alle mit Wertmüllers Sekte zusammen, aber wer's tut, wird von den anderen nicht kritisiert oder gar ausgegrenzt. Querelen innerhalb der „anti”-deutschen Szene werden öffentlich und bisweilen erbittert ausgetragen. Sie haben verschiedene Gründe.
Zum einen stößt der Führungsanspruch der „Bahamiten” nicht überall auf Gegenliebe. In Konkurrenz dazu steht z.B. die Freiburger Bruhn-Sekte mit ihrem Hamburger Ableger HSB. Auch Gaston Kirsche bemängelt, daß die Bahamas die vielfältigen „anti”-deutschen Aktivitäten nicht würdigen. Stattdessen, «wird so getan, als ob die einzig wahren FreundInnen Israels sich um die Bahamas gruppieren würden»[01], was Kirsche verständlicherweise von sich weist.
Zweitens geht es um Stilfragen. Der gemäßigte Bahamas-Leser schätzt die „Zuspitzungen” des Rassisten-Blatts, rümpft aber auch mal die Nase über dessen „Übertreibungen”. Wird in Berlin zu sehr gelogen oder auf die rassistische Kacke gehauen, heißt es: «die Bahamas sind einfach nicht mehr ernst zu nehmen[01]». Die Attacken des Blattes gegen die Linke möchte man nicht öffentlich unterschreiben. Kritisieren möchte man sie aber auch nicht, sondern verharmlost die Tiraden des Berliner Rassisten-Blatts als «arg pauschal[34] und von einem eingeengten Blickfeld gekennzeichnet[01]». Kirsches Gruppe Demontage möchte gerne, man solle «Aussagen sektiererischer Gruppierungen» - wie den Bahamas - keine Bedeutung beimessen, «die sie real nicht haben»[35] . Wo „Anti”-Deutsche ihren rassistischen Gedankenmüll im Klartext verbreiten, möchten Linke doch nicht so genau hinsehen, meinen die „Moderaten”.
Drittens erscheint die Szene irgendwie inhomogen, weil sie tatsächlich arbeitsteilig vorgeht. Der ganze „anti”-deutsche Szene ist es recht, durch Störungen von Antifa-Demos, durch US- und Israelfahnen in die Diskussion zu kommen. Andererseits möchten speziell Ex-Linke aus der Szene gerne wie gewohnt linke Medien, Räumlichkeiten, Fördermitglieder, Vertriebswege etc. nutzen. Die wären ihnen allerdings versperrt, wenn sie alle mit dem Rassisten-Blatt Bahamas in der Hand rumlaufen.
Wie dieses arbeitsteilige Vorgehen[36] funktioniert, hat Gaston Kirsche auch in den Lokalberichten gezeigt. Er tritt an mit der Attitüde eines objektiven, unabhängigen Gutachters[37] , der irgendwie beide Seiten kritisiert. Als erstes verwandelt er die Bahamas-Marschierer in «Linke, die für Israel demonstrieren» , und dabei «von anderen Linken angegriffen» wurden. Dank des unabhängigen Zeugen Kirsche ist also ganz nebenbei die Schuldfrage geklärt. Wegen einer «Gewalttätigkeit (...), die ebenso erschreckend war wie der Hass auf Israel» kann er einfach nicht anders, als zur Denunziation der Übeltäter zu schreiten. Mit dem Gestus eines „innerlinken” Verfassungschützers veröffentlicht er eine Liste von linken Gruppen. Er hat genau gesehen, daß sich deren AnhängerInnen - er kennt sie persönlich - nicht von der Parole «„Tod dem Staat Israel”» distanziert haben. Und dabei hat er doch selber die anti-israelische Parole genau gehört! Nach dieser gelungenen Denunziation läßt er die Ober-Rassisten Wertmüller & Co ausführlich zu Wort kommen, gegen einen «widerlichen Antizionisten» und gegen «„diese antiimperialistischen Schweine”[01]»[38] . Zwei Leute werden dabei namentlich benannt. Abschließend meint Kirsche, eine Verurteilung der «Gewalt und Israelfeindschaft, die von Hamburger antiimperialistischen Linken an den Tag gelegt wurde» sei «Voraussetzung für jede weitere Debatte» über die Rechtsradikalen, die er in «ignorante Hauptstadtlinke[01]» umlackiert hat.

Fazit

Wenn ein Rassisten-Aufmarsch, egal mit welchen Fahnen[39] , nur unter Polizeischutz stattfinden kann, halten wir das für nicht unerfreulich. Selbstverständlich ist es kein anti-arabischer Rassismus, wenn Nazidemos angegriffen werden, auf denen Palästina-Fahnen getragen werden. Wenn Anhänger von Krieg, Staatsterror und Rassismus ihren Haß auf alle Linke demonstrieren, und sich dabei mit Israel-Fahnen schmücken, um ihre Feinde als Antisemiten zu „entlarven”, dann sollte man über passende Gegenmaßnahmen sehr genau diskutieren. [39a] Mit „anti”-deutschen Denunzianten, auch mit den „moderaten”, brauchen wir darüber keine Debatte.
Die „Anti”-Deutschen sind keine Kuriosität, und erst recht keine linke. Aus Teilen dieser Szene formiert sich eine neue ultra-rechte Bewegung. Typisch rechtsradikal sind die Ideologie einer Kollaboration der Linken mit dem äußeren Feind und deren Entmenschlichung. Diese neue rechtsradikale Szene paßt besser zur heutigen Weltlage als die alte. Zu heutigen und zukünftigen Eliten haben sie einen besseren Zugang, wie ihre ihre Aktivitäten an Hochschulen zeigen. Anders als die Blut- und Boden- Ideologie der Glatzen besteht das ideologische Gebräu der Bahamas aus meist modernen, weit verbreiteten Zutaten: Kriegshetze „wegen Auschwitz” „zur Verteidigung der Zivilisation” plus Neo-liberalismus plus Anti-Totalitarismus à la rot=braun.
Rassisten, Nationalisten etc. gibt es verdammt viele, aber diese „Anti”-Deutschen sind immer „Anti-Anti's”: Anti-Antirassisten, Anti-Antiimperialisten, Anti-Antikapitalisten usw. Die Nutzung linker Strukturen trägt zum „kritischen” Image (vermeintlicher „Anti-Antisemitismus”) dieser antikritischen Rechten bei. Aus denen sollten sie unserer Meinung nach konsequent ausgeschlossen werden - schon, weil der Kampf gegen alles, was sie für links halten, ihr wichtigstes Ziel ist.

Fußnoten

[01]
Lokalberichte 15/9 S.8
[02]
www.redaktion-bahamas.org/aktuell/Reden24-4-04HH.htm
[03]
Analyse & Kritik (www.akweb.de/ak_s/ak456/37.htm
[04]
www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web44-3.htm)
[05]
www.redaktion-bahamas.org/aktuell/Waffen-Demo-9-12-02.htm
[06]
Die selbe Kritik hatte seinerzeit der der „Einzeltäter”, der Rabin umbrachte. (www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web33-1.htm)
[07]
www.redaktion-bahamas.org/aktuell/Mueller-Holz-Traverso.htm
[08]
www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web33-1.htm
[09]
www.redaktion-bahamas.org/aktuell/Flugbl-8-7-03.htm
[10]
www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web38-1.htm
[11]
Es sind definitiv nicht nur die Anhänger von Hamas & Co, sondern alle PalästinenserInnen, die gemeint sind. Die (ehemalige) Unterstützung der Islamisten durch die US- und die israelische Regierung halten die Bahamas für eine respektable Idee: «Gewiß haben die Amerikaner die Mudjahedin bewaffnet, um die Sowjetunion zu schwächen; gewiß hat Israel die Hamas anfangs im Gaza-Streifen gewähren lassen in der damals verständlichen Hoffnung, daß sich PLO und Hamas gegenseitig neutralisieren». (www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web40-1.htm).
[12]
www.redaktion-bahamas.org/aktuell/JW14-2-03.htm
[13]
www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web37-3.htm
[14]
www.redaktion-bahamas.org/aktuell/Konferenz-Ank.htm
[15]
www.redaktion-bahamas.org/aktuell/friedenssehnsucht.htm
[16]
Die strukturelle Ähnlichkeit zur antisemitischen „jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung” springt ins Auge. Es ist davon auszugehen, daß man in Berlin ganz bewußt Elemente des Antisemitismus übernommen hat. Immerhin wußte man bei den Bahamas mal, wie Antisemitismus auf Araber umgeleitet wird: «Als Arafat und die Seinen hierzulande noch als die Bösen galten, wurden sie in den Karikaturen der Springer-Presse allerdings nicht nur dort , mit den aus den antijüdischen NS-Darstellungen bekannten jüdischen Nasen und den entsprechend verschlagenen Augen präsentiert. Ein offenbar automatischer Reflex, der bis zum zweiten Golfkrieg 1991, als die erste Zeichnergeneration, die ihr Handwerk noch bei NS-Blättern gelernte hatte, längst in Rente gegangen war, funktionierte. Gerade an der Springer-Presse ließ sich beobachten, daß deutscher Philosemitismus nichts anderes als ein Zerrbild des deutschen Antisemitismus ist.» Tatsächlich ist der Philosemitismus als Zerrbild des deutschen Antisemitismusimmer noch präsent - in der Springer-Presse und in den Bahamas.(www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web33-1.htm)
[17]
www.redaktion-bahamas.org/aktuell/Mueller-Holz-Traverso.htm
[18]
www.redaktion-bahamas.org/aktuell/HH31-1-04.htm
[19]
www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web44-3.htm
[20]
www.redaktion-bahamas.org/aktuell/Veranst12-1-04.htm
[21]
Mathias Künzel (phase2.nadir.org/rechts.php?artikel=115)
[22]
So zitiert man eine italienische Rechtsradikale. Sie behauptet, «daß auch, ja sogar hauptsächlich die Linke daran schuld ist (...), daß die Juden in den italienischen Städten wieder Angst haben müssen. Dasselbe gilt in französischen, niederländischen, dänischen und deutschen Städten.» (www.redaktion-bahamas.org\auswahl\web38-3.htm)
[23]
www.redaktion-bahamas.org/aktuell/Bagdad.htm
[24]
www.redaktion-bahamas.org/aktuell/Beitraege14-3-03.htm
[25]
www.redaktion-bahamas.org/aktuell/Reden24-4-04HH.htm
[26]
www.redaktion-bahamas.org/aktuell/Beitraege14-3-03.htm
[27]
www.redaktion-bahamas.org/vortrag/3.10.-Vortrag.htm
[28]
www.redaktion-bahamas.org/aktuell/HH31-1-04.htm
[29]
«Die Behauptung, die Deutschen seien fremdenfeindlich, ist eine Lüge. Denn Fremdenfeindlichkeit ist ein Beleg für eine aufgeklärte kapitalistische Gesellschaft. In Deutschland dagegen ist man von jeher fremdenfreundlich. Und Fremdenfreundlichkeit ist das Herzstück der antirassistischen Ideologie. Insofern kann man sagen: Das deutsche Problem besteht darin, dass Deutsche traditionell eher antirassistisch sind, weil sie nämlich weniger gegen andere Rassen und Kulturen sind, sondern vielmehr für diese.» (Bahamas-Redakteur Sören Pünjer, in: Conne Island Newsletter, Juni 2003) Wer erinnert sich da nicht an Herrn Türcke, der in der konkret verkünden durfte, daß «menschliches Denken das Nichtertragen des Fremden», also Fremdenhaß höchst menschlich sei. Für die Anti-Antirassisten hat bekanntlich Fremdenfeindlichkeit und Rassismus nichts mit Antisemitismus zu tun. Letzterer ist das „Ressentiment” der „Barbarei” gegen „die Zivilisation”, also der Haß der Untermenschen gegen die Herrenmenschen.
[30]
„Anti”-Deutsche Geschichtsschreibung geht demnach so: «Ernst Thälmann, Ausbund eines autoritären Kleinbürgers, stand dort mit gereckter Faust und nahm eine Parade ab, die gleichermaßen Lemmingszug wie Durchhaltesymbol war und einige Tage später stand man nackt da frei von Waffen, frei vom Angriffswillen und bar jeder gesellschaftlichen Alternative. Was hatte man jenen anderen, mordenden und grölenden Sozialisten» (den Nazis!) «auch entgegenzusetzen gehabt.» (www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web37-3.htm) Die Nazis und die Kommunisten wollten demnach die selbe Gesellschaft.
[31]
www.redaktion-bahamas.org/aktuell/Waffen-Demo-9-12-02.htm
[32]
Gaston Kirsche tut so, als sei das „Waffen für Israel” «ein kläglicher Abklatsch der früheren internationalistischen Kampagne „Waffen für El Salvador”». Tatsächlich ist diese Forderung erstmal an die NATO-Staaten gerichtet. In erster Linie sammelt die Bahamas nicht Geld, sondern Fotos und Filmaufnahmen von Pro-Palästina-DemonstrantInnen, bevorzugt ausländischen.
[33]
Die Hetze der Bahamiten gegen die „soft-Anti”-Deutschen geht immer mit der Aufforderung an diese Kreise einher, sich in den Kampf der Bahamas gegen die Linke einzureihen. Die beim Bahamas-Aufmarsch erhobene Forderung, «fsk abschalten» zielt darauf, den fsk-Vorstand in seinem Vorhaben zu bestärken, die noch verbliebenen Alibi-Linken zu entfernen. Gaston Kirsche kann es nicht leiden, wenn von den Bahamiten so getan wird, als wären die Soft-„Anti”-Deutschen nicht zu einem ordentlichen Kampf gegen Linke fähig. Z.B. beim fsk: «So wurde ein Redakteur beim Versuch, das Sendeverbot gegen eine zu recht als antisemitisch kritisierte Sendung von einer Gruppe aus der B5 durchzusetzen, im Sommer 2002 ... krankenhausreif geschlagen. Gebrochene Rippen und eine zerschlagene Brille bekam er vermutlich nicht fürs Schwadronieren.» Nach einigen Recherchen können wir das bestätigen. Er bekam sie für einen Tritt in den Unterleib eines der «antiimperialistischen Schweine» (Wertmüller). Das beweist, daß nicht nur die Bahamiten zu „anti”-deutschen Heldentaten gegen den «linken Sumpf» (fsk-internes Jargon) fähig sind.
[34]
Wer den Bahamas „Pauschalisierungen” vorhält, wenn sie gegen «die» Palästinenser hetzen, begeht eine eklatante Verharmlosung des Rassismus. ,Palästinenser' war übrigens bis weit in die 70er ein Synonym für „Terroristen”.
[35]
www.demontage.org/archiv/html/FSK.html
[36]
Zu Beginn des jetzigen Irak-Krieges befürchtete die Szene ein Erstarken der verhaßten Imperialismus-Kritik in der Linken. Dagegen gingen sie in Hamburg wie folgt vor: Auf einer Veranstaltung machte die aus Berlin angereiste Bahamas-Führung für den Irak-Krieg Stimmung. Sie warnten von einer neuen Shoa, die ausgerechnet die hiesige Linke mittels irakischer Massenvernichtungswaffen planen würde. An anderem Ort haben Kirsche & Co gleichzeitig auf einer höchst differenzierten Veranstaltung mit tief besorgter Mine die Linke vor einem neuen «Antiamerikanismus» gewarnt, denn in dem würde «auch eine strukturelle Analogie zum modernen Antisemitismus» stecken. Eine längere Ausführung der Gruppe Demontage zur Weltlage folgte in den Lokalberichten (vgl. www.demontage.org/archiv/html/Irakkonflikt.html). Bezeichnenderweise kam darin z.B. die 3. Welt darin gar nicht vor. Statt dessen trauerten Kirsche & Co alten Zeiten nach, wo es in Deutschland «noch in weiten Bevölkerungskreisen bis in die Linke einen positiven Bezug auf die USA als Hort der Modernität, Aufklärung und Demokratie» gab - für „Anti”-Deutsche rosige Zeiten, «im 19. Jahrhundet und in der Weimarer Republik». Daß der Pro-Amerikanismus in Deutschland am größten war, als der Rechtsnachfolger des 3. Reichs zum Frontstaat hochgerüstet und die (ggf. atomare) Überwindung der Spaltung Deutschlands vorbereitet wurde, fällt ihnen nicht ein. Sie haben andere Sorgen, z.B.: «Zeichen eines relativen ökonomischen Niederganges der USA», wobei man sich fragen müßte, aus welcher Quelle die USA die Mittel für ihre beispiellose, seit Jahrzehnten anhaltende Hochrüstung schöpft. Aber diese Aufrüstung sei ein «Beitrag zur Lösung der gegenwärtigen weltweiten Überakkumulationskrise», also sozusagen ein Segen für die ganze kapitalistische Welt. Die Gruppe Demontage ist besorgt, «dass die USA zur Durchsetzung ihrer Hegemonie gegenwärtig zu sehr auf militärische Mittel setzen» und die ungenaue Dosierung ihrer imperialistischen Gewalt «Risse» im interantionalen «teilweise labilen Gleichgewicht» verursachen könnte. Diesen „Anti”-Deutschen fällt nicht ein, daß die BRD die Kriege allemal mit Logistik, Geld und Waffen unterstützt, und i.d.R. auch mit Soldaten dabei ist. Aber: «Warum sollten die Bundesrepublik und andere europäische Staaten sich aus der Logik imperialistischer Konkurrenz nicht gezwungen (!!!) sehen, den Iran (!) in den nächsten Jahren massiv aufzurüsten». So fürchtet man um Einheit und Erfolg der partners in leadership.
Solchen Sorgen entspringt auch der folgende, an anderer Stelle publizierte Gedanke der Gruppe Demontage: «Die von den USA und anderen verteidigte Freiheit des Kapitals ist wiederum ein Hauptmotor für den modernen Antisemitismus.» (www.demontage.org/archiv/html/WTC.html). Derartiges werten „Anti”-Deutsche normalerweise als Beweis für den antisemitischen Charakter der Linken.Typisch „anti”-deutsch ist dagegen die Sortierung der Welt in fortschrittliche und rückständige Nationen. In Europa entdecken Kirsche & Co eine «europäische Verhaftung in vorbürgerlichen Gesellschaftsstrukturen», wobei diese Strukturen «teilweise im Sozialstaat aufgingen». Was ausgerechnet am Sozialstaat, also an der staatlichen Verwaltung von Arbeitsmarkt und Arbeiterklasse, vorbürgerlich sein soll, weiß der Geier. Aber durch diese Brille erscheint Old Europe sogar gegenüber den katastrophalen sozialen Mißständen in goods own nation als rückständig!
[37]
Die Rolle des „unabhängigen Zeugen” spielte Kirsche auch bei den Säuberungen im fsk (Freies Senderkombinat). Als solcher übernahm er die namentliche Denunziation (www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2001/04/30a.htm) der beiden Redakteure, die wegen ihrer «antisemitischen Äußerungen» (Kirsche) Sendeverbot erhielten.
[38]
Das richtete sich übrigens gegen ehemalige Hamburger Mitherausgeber der Bahamas, die damals noch kein pro-imperialistisches Rassisten-Blatt war. «An diesem antideutschen Linksradikalismus war nicht falsch, daß er antideutsch, sondern daß er linksradikal war und dadurch die Kritik dessen, was mit recht deutsch genannt werden kann, auf einen ordinären Antiimperialismus gegen Deutschland» (...) «herunterwirtschaftete.» (www.redaktion-bahamas.org\aktuell\Reden24-4-04HH.htm)
[39]
Für die Bahamiten kommen Sowiet-Fahnen nicht in Frage. Als typisch geläuterte Deutsche haben diese „Anti”-Deutschen eine Vergangenheitsbewältigung mitgemacht, bei der durch das Schuldbekenntnis zum ungeheuerlichsten Nazi-Verbrechen alle anderen Schlächtereien des Nazi-Staates ideologisch entsorgt wurden. Der imperialistische Vernichtungskrieg gegen die Sowietunion und die Millionen Opfer unter den langfristig zum Genozid vorgesehenen BewohnerInnen Osteuropas kommen bei den meisten „Anti”-Deutschen nicht vor. Alles reduziert sich auf „das Spezifische” des Nazi-Staates, nämlich den Holocaust. Dessen imperialistischer Grund, nämlich Aufbau einer deutschen Weltherrschaft durch die Züchtung einer arischen Herrenrasse, ist komplett weggelogen. Das steht in der Tradition der „entnazten Nazis” (Degenhardt), der politischen Elite der Nachkiegs-BRD. Deren spezifisch deutsches Schuldbekenntnis gegenüber den Juden (die weiter als Nicht-Deutsche rassifiziert wurden), die sogennannte „Wiedergutmachung”, paßte genau zur Wiederbewaffnung und den Welt-Kriegsplänen gegen die SU. Typisches Merkmal aller „Anti”-Deutschen ist die Nostalgie für dieses „gebändigte Deutschland” vor dem Anschluß der DDR. Eine spezielle Ungeheuerlichkeit der Bahamiten ist die Erfindung «daß die Russen den Deutschen immer schon näherstanden als den Amerikanern» (www.redaktion-bahamas.org\auswahl\web37-3.htm). Vom Kaiserreich wurde über zwei Weltkriege bis zum Ende des 20. Jahrhunderts ununterbrochen gegen die „russische Bedrohung” gehetzt - und immernoch gerüstet. Der Russe war und ist der Stereotyp des tumben und bösartigen Ausländers, der die „westliche Kultur und Zivilisation” bedroht („Russen-Mafia”). Und das alles reicht diesen „Anti”-Deutschen nicht. Vernichtungskrieg gegen „Barbarei” ist für geläuterte Deutsche eben kein „Zivilisationsbruch”.
[39a]
P.S. 2010. In der seinerzeit in den Lokalberichten veröffentlichten Version stand hier: "Das Verbrennen von Israel-Fahnen gehört sicher nicht dazu." - ein irreführender Satz, da das sowieso indiskutabel ist. Aufgeregte Bahamiten haben dem Absatz inzwischen entnommen, wir wären explizit für Gewaltanwendung gegen "Anti"-Deutsche. Wäre dem so, dass hätten wir das auch hingeschrieben.
invisible,leer
↑ Seitenanfang ↑
Design: Heidi & asw-hamburg -