Der soziale Frieden: Wie unter Mitwirkung des DGB Arbeit immer flexibler und preiswerter gemacht wird.
Referent F., Red. Gegenstandpunkt, Quelle: http://doku.argudiss.de/
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Ankündigungstext
60 Jahre DGB, und die deutschen Gewerkschaften werden gefeiert - von denen, die, wenn gerade kein Geburtstag ist, nicht müde werden, von den Gewerkschaften verteidigte «Besitzstände» und das «Besitzstandsdenken» ihrer Mitglieder anzugreifen.
Das Lob, das der DGB an so einem Feiertag von seinen Kritikern aus Politik und Wirtschaft zu hören bekommt, gilt dementsprechend auch nicht seinen Erfolgen bei der kämpferischen Wahrung der Mitgliederinteressen. Beglückwünscht wird er für seinen unermüdlichen Einsatz im Dienst am Gemeinwesen, gelobt werden die gewerkschaftlichen Beiträge zu Wachstum und Wohlstand der Nation, speziell die Pflege des «sozialen Friedens» durch die deutschen Arbeitervertreter, der beidem so förderlich ist.
Dass die Mitglieder der DGB-Gewerkschaften sich konstruktiv, wachstums- und sozialverträglich zu den Bedürfnissen des Standorts stellen, dass sie «Augenmaß» walten lassen und zur rechten Zeit immer wieder Ruhe geben: das ist den Nutznießern solch verantwortungsvollen Benehmens aus gegebenem Anlass schon einmal ein anerkennendes Wort wert.
Auch die Beglückwünschten selbst verweisen gerne auf ihre Leistungen im Lauf von sechs Jahrzehnten, loben sich als die Hauptverantwortlichen der «organisierten Solidarität» im Lande und betonen deren Notwendigkeit für eine «gute Zukunft der arbeitenden Menschen angesichts des Interessengegensatzes von Kapital und Arbeit».
Dabei ist ein gewisser Kontrast zwischen den selbstbewusst präsentierten Leistungen der Gewerkschaft und dem, was deren Mitglieder davon haben, nicht zu übersehen: Die Geburtstagskinder selbst sind es ja, die darauf aufmerksam machen, dass es auch nach 60 Jahren DGB für einen deutschen Arbeiter nicht damit getan ist, einfach nur zu arbeiten, wenn er davon leben will. Ohne «Einigkeit», die ihn stark macht, und ohne «Kampf» soll es für den «arbeitenden Menschen» dabei noch immer nicht abgehen. Und wenn die Forderung «vom Lohn muss man leben können!» ein aktuelles Zeugnis von der Lage derer gibt, um die sich der DGB so unermüdlich kümmert; wenn flächendeckend Beschäftigungsverhältnisse einreissen, die trotz Überarbeit keinen Lohn einbringen, der reichen würde, davon einen Lebensunterhalt zu bestreiten - wenn das alles unter der Ägide einer staatlich zugelassenen, mit weitreichenden Rechten und Kompetenzen ausgestatteten Gewerkschaft zunehmend die Normalität der Lohnarbeit in der Republik definiert, dann ist das ein vernichtendes Urteil über die Leistungen der Gewerkschaft für ihre Mitglieder.
Warum diese negative Bilanz keinem Mangel an Basisdemokratie oder fehlender Radikalität einer Gewerkschaftsführung zu schulden ist, sondern das folgerichtige Resultat des Widerspruchs, der die Gewerkschaft ist, soll auf der Veranstaltung am 20.04 um 19:30 im Centro Sociale geklärt werden.
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