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Version 25.05.10 Drucken
"Anti"-Deutsche Verarschung für Linke:

Antikritik à la Fake MacGuffin

1. «McGuffin» - a plot element that catches the viewers' attention

Das Flora-«Plenum» behauptet in seiner Erkärung vom 21.04.10: das Bündnis für eine revolutionäre Mai-Demo in Hamburg fällt mit seiner antikapitalistischen Ausrichtung hinter einen ominösen »Diskussionsstand der radikalen Linken« zurück. Das ist Unsinn, denn eine gemeinsame, alle Strömungen der radikalen Linken übergreifende Diskussion zum Thema Kapitalismus ist eine reine Haluzination. Derlei hat in den letzten zwanzig Jahren weder hier noch bundesweit stattgefunden.

Immerhin hat uns das «Plenum» eine »eindimensionale und personalisierende Kapitalismuskritik« vorgeworfen. Aber auf eine inhaltliche Kritik aus dem »Plenum«, die diesen Vorwurf stützt, können wir wohl noch lange warten. Mit den insgesamt 3 Aufrufen des Bündnisses, den sieben Veranstaltungsankündigungen usw., hat man sich nicht auseinandergesetzt.

Die Wortwahl »personalisierende Kapitalismuskritik«, lässt allerdings Schlüsse darüber zu, auf welchen Diskurs man sich im »Plenum« positiv bezieht. »Personalisierende Kapitalismuskritik« ist "anti"-deutsches Vokabular, gebraucht als Synonym für "struktureller Antisemitismus". (siehe unten)

Dem "Flora-Plenum" genügt es offenbar, uns diesen Stempel aufzudrücken. Den "Beweis" für diesen Stempel überlassen diese Leute anscheinend einer »McGuffin Foundation«. (vgl. indymedia) Fragt sich: Was ist das für ein Verein, der da die Beweise für das Flora-"Plenum" nachliefert?
»Die Foundation hat es sich zum Ziel gesetzt, die schottische Revolutionärin und Feministin Emma McGuffin und ihre Wirkungsgeschichte zu erforschen, für ein größeres Publikum zugänglich zu machen sowie den politischen Gehalt ihrer Tätigkeit aktuell neu zu denken.«
McGuffin
Feministin Anna McGuffin? Alfred Hitchcock definierte MacGuffin mit folgender Anekdote, die dessen Beliebigkeit verdeutlicht: »Es könnte ein schottischer Name sein aus einer Geschichte über zwei Männer, die Zug fahren. Der eine Mann fragt: ‚Was ist das für ein Päckchen in der Gepäckablage?’. ‚Nun’, sagt der andere Mann, ‚das ist ein MacGuffin.’ ‚Was ist ein MacGuffin?’ ‚Ein MacGuffin ist ein Apparat, um im Schottischen Hochland Löwen zu fangen.’ ‚Aber im Schottischen Hochland gibt es doch gar keine Löwen.’ ‚Nun, dann ist es eben auch kein MacGuffin.’" Sehen Sie, ein MacGuffin ist gar nichts.« (Quelle Wikipedia)

Nun findet sich im Netz nicht die Spur einer »Emma McGuffin«, doch das liegt kaum daran, dass die angeblich »1962 in Edinburgh« gegründete »Foundation« es bislang nicht geschafft hat, der Öffentlichkeit irgend etwas über »Emma« mit zu teilen. »Emma«, die uns traurig auf dem mcguffin-Blog anblickt, ist vielmehr ein echter McGuffin alias MacGuffin , ein Fake, eine Tarnung um auf Linke einen guten Eindruck zu machen, sie dabei gründlich zu verarschen, speziell Feministinnen. Der Gipfel des Zynismus ist dabei der Link von «McGuffin« zu www.sexykapitalismus.de. Die haben Duzende »Amateure« im Angebot, z.B. »TeenyLolita«, »Sklavin Fivia« usw.[1]
sexykapitalismus
"Anti"-Deutscher Hedonismus bei »McGuffin«. Mit einem Klick zu »sexykapitalismus.de«.

Die ganze »Foundation« selbst ist offenbar Fake. Spuren ihrer angeblich 48 jährigen Existenz finden sich im Netz jedenfalls praktisch ausschließlich auf Linkseiten befreundeter "anti"-deutscher Dreckschleudern. Die Selbstdarstellung, es wären »Mitglieder aus 93 Ländern ... in der Foundation organisiert«, und dass die »Foundation heute auf eine jahrzehntelange Erfahrung zurückgreifen« würde, ist höchstens als komischer Versuch zu werten, irgendwelche doofen Verschwörungstheoretiker auf sonstwas zu bringen.
Wie auch immer, die »Foundation« ist klar politisch einzuordnen.

»Die Mitglieder der McGuffin Foundation sind mit großer Mehrheit der Ansicht, dass das antisemitische und antihedonistische Regime von Mahmoud Ahmadinejad in Teheran mit und Demonstrationen gestürzt werden muss. Gerade auch der antideutschen Bewegung kommt hier eine besondere Verantwortung innerhalb der westlichen Demokratien zu. Um diesen Protest nachdrücklich zu verstärken, haben wir eine Reihe von Parolen zusammengestellt, die hierfür hoffentlich hilfreich sind. Bomb da bomb: eure McGuffin Foundation«.

Beispiele der über 40 von "anti"-deutschen Dichtern und Denkern in Reimform gegossenen Kriegshetze sind:

»Wir rufen es ins ganze Land: Antideutsch heißt Widerstand!«
»Vollbart, Bombe, Mullahs, Not _ Bundeswehr hin, haut sie tot!«
»Nach Brokdorf, Gorleben, Temelin, ziehn wir nun zum Iran hin.«
»Israelis, keine Bange:wir nehm'n Iran in die Zange!«
»Auf die Mullahs volles Rohr _ das heißt weg mit dem Tschador!«
»Navy, IDF, Bahamas, sticht der Mullah Judenhass!«
Flash-Audio Quelle: freie-radios.net
Radio Corax (Halle) 29.05.2007

Die Urheber des Drecks, der auf mcguffin.blogsport.de verbreitetet wird, outen sich als Fans des ultrarechten Hetzblattes namens Bahamas. Weil das dem Erfolg ihrer Machenschaften gegenüber Linken in der Regel eher abträglich ist, bekennen sich "Anti"-Deutsche eher selten öffentlich zu ihrem Zentralorgan, das von einem Ex-Linken namens Wertmüller herausgegeben wird.
Wertmüller selber hat in einem Radiointerview 2007 die Ziele der "anti"-deutschen Kampfgemeinschaft besonders prägnant auf den Punkt gebracht. Den knapp 15 minütigen Mitschnitt stellen wir hier zur Verfügung, denn er erspart die sehr zeitraubende und nervtötende Lektüre der elitären, mit maximaler Unverständlichkeit kokettierenden Pamphlete, die von den Bahamiten verfasst werden. (Eine adäquate Sammlung von Bahamas-Zitaten, stand 2004, findet sich hier.)

Die gegen uns als Bündnis gerichteten Denunziationen sind auf Verbreitung berechnet, und die Fake-»Foundation« ist im rechten Webspace gut verlinkt. Deshalb einige Argumente gegen den Mist, den Bahamiten unter dem Pseudonym McGuffin« über das Mai-Bündnis verbreiten.

2. Der »Anti«-Kapitalismus der Bahamiten

»James, Kommunist« ist vermutlich der Großneffe der »schottischen Revolutionärin und Feministin Emma McGuffin«. Auf der 1.Mai Hamburg 2010 Seite bei Indymedia äußert er sich gegen unsere Demo mit folgendem Psycho-Macht-Vorwurf:

»Das ist keine Gesellschaftskritik! Es geht euch, dem "revolutionären 1. Mai"-Bündnis, eben nur darum, wie viele Menschen mobilisiert werden, um den Hauch von Macht zu simulieren, wo - das Maß der Gesellschaftskritik betreffend - nur Ohnmacht herrscht.«

Letzterem könnten wir uns schon anschließen. Das Niveau an Gesellschaftkritik ist in Deutschland ziemlich unterirdisch. Eben deswegen gab's vom Bündnis in diesem Jahr auch sieben inhaltliche Vorbereitungsveranstaltungen.

Dass es uns aber auch nur im entferntesten darum ginge, möglichst viele Menschen zu mobilisieren, das ist absurd. Wäre dem so, würden wir seit sieben Jahren jeden 1. Mai eine Party veranstalten, eine Spaßparade, à la Happy Mayday. Weil unsere Demos leider unter den unmittelbaren Gewaltdrohungen einer polizeilichen Übermacht stattfinden, ist der Teilnehmerinnenkreis auf sehr Gewalt- und Bedrohungs- resistente Menschen begrenzt - und das ist ja auch die Absicht der jährlich in die Presse lancierten Gewalt-Ankündigungen des Innensenators und seines Gewaltapparats. Antikapitalismus ist in Deutschland vor allem ein Problem, für das die Sicherheitsorgane zuständig sind. Die TeilnehmerInnen der Mai-Demo gelten als "Störer", unser Bündnis wir vom Innensenator als »Vorbereiter von Gewaltdemos« bezeichnet, denen es doch wohl nicht um "Gesellschaftskritik" gehen kann.

James McGuffin, der »Kommunist«, stößt ins gleiche Horn. Mangelnde "Gesellschaftskritik" macht er auch nicht dem Mayday zum Vorwurf, sondern uns. Dem Bahamiten passt nämlich unsere sehr wohl vorhandene spezifische Gesellschaftskritik nicht, deren Abwesenheit ihn anderswo nicht stört.

Sein Link bei Indymedia führt zur » Foundation mit jahrzehntelanger Erfahrung«, und dort findet sich dann auch schier endloses Geschreibsel gegen den Haupt-Aufruf des Mai-Bündnisses, verfasst von einem JustIn Monday.

Auf den Text nimmt JustIn Monday kaum Bezug, aber käut Bahamas-Prinzipien wieder, wie man denn Kapitalismuskritik äußern dürfe, und was man unbedingt dabei vermeiden muss. Schon die verschlungene grammatikalische Konstruktion des Pamphlets ist eine Zumutung, die elitäre Wortwahl nervtötende Angeberei, die Themen drehen sich ständig im Kreis. Es gibt wenig, worauf sich einzugehen lohnt.

Der Fake-Foundation passt zum Beispiel nicht, dass wir folgendes geschrieben haben:

»"Die Zukunftsaussichten von vielen Beschäftigten sehen schlecht aus: Kurzarbeit und das damit einsetzende Ausbleiben eines Teils des Lohnes sind nur die erste Stufe einer größeren Entlassungswelle.

Nun ließe sich vom radikalen Standpunkt an dem Satz unseres Aufrufs einiges herumkriteln, die Wortwahl zum Beipiel (»Beschäftigte«?). Kritisch zu fragen wäre, ob es sich bei der gasierenden Kurzarbeit nicht um die nächste weitere Felxibilisierungswelle der Arbeitszeitregelungen handelt. Solche Kriterien kennt der Bahamit aber gar nicht. Ihm passt nicht, dass wir den Kapitalismus schlecht darstellen, wo er ihn schönfärben möchte. Falsch wäre, »die Zukunftsaussichten der ,,Beschäftigten'' als ,,schlecht'' darzustellen. Sie wären vielmehr hoffnungsvoll und mindestens so gut wie das Wetter, das der 1. Mai verspricht.«

Was will der Bahamit von uns? Wären wir der Meinung, dass auch nur der in Deutschland arbeitende Teil der lohnabhängigen Klasse im Kapitalismus rosige Zukunftsaussichten hat, wozu sollten wir dann überhaupt in Hamburg eine Demo gegen das System veranstalten?

»Wer aber die ,,größere Entlassungswelle'' und damit das massenhafte Überflüssigwerden von Arbeit nicht als Vorschein möglicher besserer Zeiten darzustellen vermag, braucht sich an einer revolutionären Demo gar nicht erst zu versuchen.«

Was soll ein »Vorschein möglicher besserer Zeiten« sein, wenn das Kapital die zu leistende Arbeit verdichtet, d.h. mehr Leistung pro Zeit abfordert, weniger Menschen mehr arbeiten lässt, um das Einkommen der Arbeiterklasse insgesamt zu senken? Umgekehrt geht es dem Bahamiten darum, dem Kapitalismus das Lob auszusprechen, er wäre eine segensreiche Erfindung zum »Überflüssigwerden von Arbeit«, wo tatsächlich technischer Fortschritt nur dann Eingang in die Fabriken hält, wo sich damit das Einkommen der Arbeiterklasse zu Gunsten des Profits senken lässt. Gerade in der Krise findet »Überflüssigwerden von Arbeit« doch nicht dadurch statt, dass die Kapitalisten lauter tolle Maschinen hinstellen, die die Arbeit erleichtern oder gleich selber erledigen.

Auch zum Thema Krise hat der Bahamit so seine Vorschriften, was man kritisieren darf, uns was nicht:

»Wenn es einen immanenten Ansatzpunkt zu revolutionärer Agitation unter den bestehenden Bedingungen gibt, ist es der, dass der gesellschaftliche Reichtum so umfassend ist, dass er sich in den beschränkten bestehenden Formen nicht mehr autonom reproduzieren kann. Dies ist der Zustand der Krise des Kapitals...«.

Wieder gelogen. Gerade in der Krise unterbleibt die Produktion von Gebrauchsgütern, die zwar dringend benötigt werden, aber die sich immer weniger Angehörige unsere Klasse leisten können. Vorhanden ist der Reichtum nur im Konjunktiv: ginge es nicht um Rentabilität, wäre der Reichtum da. Tatsächlich ist er aber nicht »umfassend«, sondern so knapp, wie er eben sein muss, um damit er als Warenkapital zur Profitmacherei beitragen kann. (Ganz zu schweigen von dem natürlichen Reichtum, der in Form von Naturzerstörung kontinuierlich zerstört wird.)

Aber als Schlaraffenland soll man den »sexykapitalismus« schon imaginieren. Dann ginge vielleicht auch folgendes:

»Anzuknüpfen wäre an dem Unwillen der Massen, Opfer zu bringen für einen Zustand, der ihnen auch in Hochform nichts anderes zu bieten hat als fortgesetztes Elend als ,,Beschäftigte''.«

Wäre, könnte, dürfte...

Der »Unwillen« ist bloß bekanntlich kaum vorhanden, andernfalls bräuchten wir keine Mai-Demo veranstalten, sondern könnten uns über einen Generalstreik freuen. Aber weil er nicht vorhanden ist, dürften wir nach Meinung der Bahamiten doch wohl keineswegs die Leute darauf aufmerksam machen, wofür sie sich abarbeiten, nämlich den Profit der Unternehmen. Und wir dürften ihnen nach Meinung der Bahamiten noch weniger dagegen agitieren, dass die Leute für fremden Privatreichtum immer neue Opfer bringen. Umgekehrt haben nach Meinung der Bahamiten Kritiker über den Profit das Maul zu halten, denn:

»Das kollektive Opfer ist schon lange zum Dauerzustand geworden, und genauso lange bereits ist die Anklage des Profits kein reformistischer Aufruf zu ,,gerechterer Verteilung'' mehr, sondern Ressentiment. Gespeist ist dieses Ressentiment in der Regel von dem Wunsch, dass dann, wenn einer oder eine selbst schon nicht vom allgemeinen Elend profitiert, dies auch niemand anders tun soll.«

Die Bücher von Karl Marx würden die Bahamiten ja schon wegen des Worts "Profit" in den Giftschrank packen. Und wenn wir, frei nach Marx, im Aufruf geschrieben haben,

»,,Sinn und Zweck dieser Wirtschaftsordnung ist nämlich, dass ständig immer mehr Profit gemacht wird''«, dann meinen die Bahamiten, wir würden unterschlagen, »dass der Profit in Bezug auf die Ordnung als Ganzes zwar tatsächlich notwendig ist, aber nicht als Zweck, sondern als Mittel und notwendiger Durchgangspunkt der Verwertung des Werts. Einmal von irgendwem, der ihn sich subjektiv zum Zweck gemacht hat, als der berühmte Strich in G-W-G‘ erlangt, ist er bereits wieder in Kapital zur erneuten Investition verwandelt.« - und der Bahamit kann den entscheidenden Punkt der Operation theoretisch zum Verschwinden bringen.

Die armen Kapitalisten, geben ihr Geld immer gleich wieder aus, doch die »Luxusartikel, die sich die EigentümerInnen gönnen und die tatsächlich in angeeigneter fremder Arbeit bestehen, sind unwesentlich gegenüber dem Teil, durch den sich das Produktionsverhältnis erneuert«.

Als ob es um die Gebrauchsgüter ginge, die die Kapitalistenklasse konsumiert! Es geht schon irgendwie um die »Ordnung als Ganzes«, aber nicht um die eines netten »Produktions«- sondern eines ganz beschissenen Ausbeutungsverhältnisses. Wenn die Kapitalisten nämlich ihr schönes Geld G' weggeben, um daraus mehr Geld, nämlich G'' zu machen, dann ist das genau die Form, in der ihr Privatvermögen ständig wächst. Das akkumulierte, dann wieder in den Geldkreislauf geworfene Geldkapital, die dafür eingehandelte Ware Arbeitskraft plus Produktionsmittel, das darauf basierende Warenkapital und so weiter, all das ist ihr Eigentum, und nicht »Eigentum von irgendwem«! Es ist ihr Zweck, und nicht »Selbstzweck des Kapitals«. Kapital ist nämlich kein Ding, sondern Verhältnis zwischen Menschen. Die Rede vom »Selbstzweck des Kapitals« ist Bahamiten-Geschwafel. Bei Marx geht es sich beim viel zitierten Selbstzweck nicht um Kapital, sondern um Geld als Selbstzweck. Dabei geht es darum, dass das Geld den Kapitalisten (wie übrigens auch den Schatzbildnern) nicht zur Beschaffung von Gebrauchsgütern dient, sondern um Geld als Kapital, G-G'. Das ist die rastlose Bewegung des Gewinne-Machens der Kapitalisten, der ständigen Vermehrung des Werts ihrer Privatvermögen. Modern formuliert: es geht um das Wirtschaftswachstum in einer Wirtschaft, die Privateigentum der Kapitalisten ist.

All das verdrehen Bahamiten ins Gegenteil. Als vorübergehendes Moment einer ja eigentlich lauter Reichtum schaffenden Wirtschaft, macht der Profit doch bitteschön »Sinn«.

»Es ist der Mehrwert, dessen Erscheinungsform der Profit ist, der historisch die Menschheit aus dem ohnmächtigen Verhältnis der späteren Natur gegenüber befreit hat und die Ohnmacht zum gesellschaftlichen Zwang fortentwickelte.«

Soll heißen: vor Einführung des Kapitalismus standen die Menschen gegenüber der Natür völlig ohnmächtig da. Das ist, wenn man die verquaste Bahamitensprache mal ins Verständliche auflöst, unmittelbar Blödsinn. Denn demnach wären die Menschen vor Einführung des Kapitalismus nicht fähig gewesen, irgendwas zu produzieren. Zum Glück kam dann der »Mehrwert«, der die »Ohnmacht zum gesellschaftlichen Zwang fortentwickelte.« Wie das? Indem das Kapital Arbeitskraft und Natur in das Monopol der Kapitalistenklasse, in deren Privateigentum verwandelte, und so die Produktionsmittel zum Werkzeug der Herrschaft von Menschen über Menschen verwandelte.

All das hat aber für den Bahamiten einen höheren Sinn, und wehe, wenn Kommunisten auch noch bereit sind,

»dem Kapital diesen möglichen Sinn auch noch zu nehmen. Wenn Sinn irgend etwas mit den Individuen und deren Empfindungen zu tun haben soll,...hat das Kapital diesen« Sinn »mit dem Verlust seiner autonomen Reproduktionsfähigkeit« - meint wohl Krise - », also mit der Notwendigkeit der präventiven Krisenlösung durch den Staat, ebenfalls verloren.«

Die Bahamiten-Forderung an Kapitalismuskritik lautet hier: dem ganzen Scheiß-System einen Sinn andichten, ihn bloß nicht nicht in Frage stellen, vor allem nicht in der Krise, denn dann könne ja sonst etwas den höchst sinnvollen "Selbstzweck Kapital" stören!

Das Kapital wird von Bahamiten als Fetisch schier angebetet, als Ding-gewordene Vernunft, ihm ist

»eindeutig die höhere Rationalität zu entnehmen im Vergleich mit den Subjekten, die in dieser nur schlechte Zukunftsaussichten sehen können.«

Ökonomie-Kenntnisse können die Bahamiten bei ihrer Kapitalismus-Verherrlichung gar nicht gebrauchen. Das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation, von Marx im ersten Band des Kapitals im vorletzten Kapitel breit ausgeführt, passt nicht in ihre gute Meinung über die Kapitalistenwirtschaft. Es erklärt die verheerenden Wirkungen, die das Wachstum des Kapitals auf die Lage der Arbeiterklasse durch tendenziell zunehmende Armut unvermeidlich ausübt. Dazu die Bahamiten:

»Wenn immer mehr Menschen ihren Lohn verlieren, wird dadurch niemand reicher, was das Kapital durchaus lautstark bedauert. Der Wunsch, den eigenen Profit ohne Voraussetzungen in der Produktion zuungunsten irgendwelcher ,,Massen'' zu erhalten, mag handlungsleitend für den (tendenziell völkischen) Teil der Eliten sein, die das Opfer propagieren. Einer kapitalismuskritischen Analyse aber ist diese Vorstellung unwürdig.«

Nicht der Kapitalismus, so die Bahamiten, schafft Armut, sondern es wären Saboteure am Werk. Saboteure waren auch im Wahn der Nazis schuld, als ihre heißgeliebte Marktwirtschaft immer mehr Armut produzierte und daraus sehr unerwünschte Klassenkämpfe resultierten. Diese Saboteure nannte man damals »jüdisch«. Die selben herbei haluzinierten Saboteure nennen die Bahamiten »völkisch«.

Mehr "struktureller Antisemitismus" geht nun wirklich nicht, als ihn die Bahamiten mit ihrer als »Kapitalismuskritik« getarnten rechten Antikritik produzieren.

3. Gewalt-Denunziation

Die Fake-»Foundation« hetzt über den »Antisemitismus eines nicht kleinen Teils der organisierenden Gruppen« der Mai-Demo. Die wären »regelmäßig mit körperlichen Angriffen und Drohungen gegen AntisemitismuskritikerInnen« aufgefallen.

Derartige Beschuldigen sind so glaubwürdig wie die Fake-»Foundation« selber. Es werden keinerlei akzeptable Beweise vorgelegt, weder für die Existenz der angeprangerten Taten, und schon gar nicht für eine Beteiligung des Mai-Bündnisses.

Statt dessen verweist die Fake-»Foundation« auf Meldungen befreundeter Bloggs à la: »Linker Antisemit droht mit Mord«. Opfer dieses angeblichen Vorfalls sei irgendein Mitglied eines ,,anti''-deutschen Vereins, den es zur Abwechslung mal wirklich gibt (drei Links oberhalb von »sexykapitalismus«), und der sich bei jeder Gelegenheit von der Linken distanziert. Im übrigen, so liest man da, wäre die ganze Sache längst der Staatsanwalt übergeben worden.

Wer sich fragt, welcher Vorfall der Morddrohungs-Horrormeldung zugrunde liegen könnte, hat den ganzen Witz des ,,anti''-deutschen Hetzpropaganda allerdings verpasst.

Der Fake-»Foundation« geht es ja keineswegs um Aufklärung zur Behebung des Fehlverhaltens irgendwelcher Leute. Vielmehr dienen ihre Horror-Meldungen der Fanatisierung der eigenen Szene durch das Heraufbeschwören eines gefährlichen Feindes. Der Feind ist derartig bösartig, dass der ,,Anti''-Deutsche Kämpfer gar nicht anders kann, als zur anonymen Denunziation zu schreiten, will er nicht dem ,,antisemitischen Mob'' in die Hände fallen. Die Bedrohungslage, in der sich der ,,anti''-deutsche Kämpfer befindet, rechtfertigt zudem körperliche Präventivschläge, plus alle Sorten von Denunziation bei der Staatsgewalt.

,,Anti''-Deutsche präsentieren sich mit solchen Meldungen als Verfolgte, nämlich als »AntisemitismuskritikerInnen« - das »Innen« haben sich die Bahamiten hier wegen der »Feministin Emma McGuffin« zugelegt - und wo kommen wir denn da hin in Deutschland, wenn man hier nicht mal mehr eine "Antisemitismus-kritische" Meinung äußern darf, ohne von Gewalt bedroht zu werden! Derartig verfolgte ,,Anti''-Deutsche haben doch das Recht zu verlangen, dass sich alle anständigen Mensch mit ihnen zusammen "klar positionieren". Man hat sich ihrer Denunziation - ,,gegen antisemitische linke Gewalttäter und ihre Unterstützer'' - anzuschließen. Damit kommt das Moment der Einschüchterung dazu: Haben sie eine Gruppe als "antisemitisch" stigmatisiert, dann verlangen sie, dass die Stigmatisierung in der Linken allgemeinverbindlich wird. Dabei spielen sich die Bahamiten der Fake-»Foundation« als Gralshüter innerlinker Gewaltfreiheit auf, einer Linken, die sie - entsprechend dem Vorbild ihres obersten Hasspredigers Wertmüller - derartig verachten, dass sie unter der »Feministin Emma McGuffin« unbedingt noch »TeenyLolita« und »Sklavin Fivia« verlinken mussten.

Die von den Bahamiten unverhohlene Absicht, die Linke insgesamt zu schädigen, zeigt sich schon in der Sprachregelung »Linker Antisemit«, die auf das Schärfste zurück zu weisen ist, denn Antisemitismus ist nicht links. Linke, die meinen, schädliche Nebenwirkungen des Kapitalismus würden irgendwie schon am ,,international agierenden Judentum'' liegen, oder hinter den imperialistischen Machenschaften des Westens würde doch irgendwie der ,,Zionismus'' der Wall Street stecken, solche Leute haben aufgehört, links zu sein. Trennung von ihnen ist die unabdingbare Konsequenz und längst gängige Praxis.
Um den erwähnten, pseudolinken Antisemitismus, geht es den Bahamiten aber nicht.

Dreckschleudern à la »McGuffin« haben sich aus dem Wort ,,Antisemitismus'' etwas ganz anderes gebastelt. Antisemitismus sei eine Form des »Antikapitalismus«, behaupten sie.

Demnach steht der rechte deutsche Mainstream erstmal nicht in Verdacht, dass da in Punkto Antisemitismus etwas nicht stimmen könnte, vor allem wenn die Rechten ,,unsere Verantwortung als Deutsche für Israel'' beschwören. Solange jemand, scheiß egal warum, ein Bekenntnis für Israel abgibt, ist er im Bündnis bei den ,,Anti''-Deutschen willkommen. Nichts auszusetzen haben die Bahamiten an Rechten, die die Existenz Israels als erfreulichen ,,Beweis'' dafür sehen, dass Juden irgendwie halt nicht hierher gehören und dass sie, weil sie ja doch irgendwie anders wären, ein eigenes sicheres ,,Biotop'' brauchen, was man ihnen als geläuterter Deutscher ja auch gönnt, und so weiter.

Nein, gegenüber dem rechten deutsche Mainstream haben Bahamiten keine Berührungsängste. Sie kommen von Jahr zu Jahr besser ins Geschäft, vor allem wenn es um Kriegshetzte und Kulturkampf geht, gegen den Islam z.B., aber auch gegen das »völkische« Venezuela. Sie finden Jobs an Universitäten, veröffentlichen hochwissenschaftliche Publikationen wie "Linker Antisemitismus in Bielefeld zwischen 1972 bis 1974", werden aus staatlichern Stiftungen - à la "gegen das Vergessen" - bezahlt, um im Staatsauftrag alle nicht-jüdischen Opfer der Nazis unter den Teppich zu kehren. Auch bei evangelikalen Kreisen der protestantischen Staatkirche ist man unter Vertrag, als Islam-Experte z.B. Die Integration als "Anti"-Deutscher in die "Zivilgesellschaft" ist karrierefördernd.

Als links bezeichnen sich die meisten ,,Anti''-Deutschen zwar auch nicht, sondern weisen dieses Attribut strikt zurück. Aber die Fake-»Foundation« gibt sich mit der traurig dreinblickenden »schottischen Revolutionärin und Feministin Emma McGuffin« schon einen linken Touch. Es gibt zweifellos Leute, die sich als links bezeichnen und von »innerlinken Auseinandersetzungen« sprechen, wenn es Krach zwischen Linken und ,,Anti''-Deutschen gibt. Irgendwie, so ein leider noch verbreiteter Glaube, handelt es sich bei der ,,anti''-deutschen Ideologie, doch um etwas progressives, emanzipatorisches, antikapitalistisches etc.
Gegen diesen verharmlosenden Irrtum ist einzuwenden:

  • Eine Ideologie, die die Nazi-Diktatur als ein ,,Kollektiv'', ja sogar als "Volksgemeinschaft" - so die ,,anti''-deutsche Sprachregelung - darstellt, die ist nicht links. Es stimmt natürlich, dass nicht nur die Eliten die Nazi-Greuel geplant und angeordnet haben, sondern dass das auch noch jede Menge williges Volk für die Umsetzung brauchte. Wer aber den Repressionsapparat des Nazi-Staates weg lügt, der zeichnet mit dem Bild einer nach innen gemütlichen "Volksgemeinschaft" vom Dritten Reich genau das Bild, das Neonazis vom Nazi-Faschismus zeichnen.
  • Das ,,Anti''-Deutschtum behauptet, der industrielle Massenmord in den Vernichtungslagern wäre Ausdruck eines antisemitischen ,,deutschen Volkscharakters'' (Daher kommt der irreführende Name ,,Antideutsche"). Die ,,anti''-deutsche Ideologie verbreitet damit eine Darstellung, die ausnahmslos jeder Nazi unterschreiben würde. (Zudem kehren sie alle nicht-jüdischen Nazi-Opfer unter den Teppich, ein bei den seit der Adenauer-Ära beliebtes Verfahren, wonach die armseligen an Israel gezahlten ,,Wiedergutmachungen'' dem Nazi-Nachfolgestaat alle weiteren Ansprüche ersparen sollten.)
  • Leute die behaupten, der Kapitalismus wäre keine Klassengesellschaft, sondern er wäre entweder eine ,,Volksgemeinschaft'' (=schlecht) oder eine westliche Zivilgesellschaft (=gut), waren vielleicht einmal links, aber sie sind das nicht mehr. Sie sind rechts, und ihr ,,Antikapitalismus'' ist keiner.
  • Imperialismus-Kritik ist für Bahamiten das Hassobjekt schlechthin, Synonym für einen haluzinierten Vernichtungswunsch gegen die die »Zivilisation« schlechthin. ,,Anti''-Deutsche bekämpfen mit allen Mitteln Antiimperialistinnen, und das ist nicht die Fortsetzung des alten Hickhacks zwischen Autonomen und "Antiimps". Denn ,,Anti''-Deutsche lügen Imperialismus um in eine Art Schutzmacht für die westliche ,,Zivilgesellschaft'', die doch immer schon der siamesische Zwilling des Militarismus war. Kriege, überall in der Welt, sind für ,,Anti''-Deutsche das bejubelte Mittel zur Sicherung und Ausweitung der westlichen ,,Hegemonie'' (auch so ein typisch ,,anti''-deutscher klar neokonservativer Jargon). Die Tatsache, dass Deutschland auch zwischen 1933 und 1945 ein imperialistischer Staat war, kehren ,,Anti''-Deutsche unter den Teppich, und am liebsten auch, dass dieses imperialistische Deutschland zwei Weltkriege angezettelt hat.
  • Das gipfelt in der ,,anti''-deutschen Infamie, der Pazifismus wäre verantwortlich für die Shoah.
    So zieht das geläuterte Deutschtum einen Schlußstrich unter den Vernichtungskrieg der Nazis auf Osteuropa, der unabdingbare Voraussetzung für die Vernichtung der osteuropäischen Juden und darüber hinaus gehenden millionenfachen Mord war. Derartig geläutert ist es für die ,,Anti''-Deutschen völlig in Ordnung, wenn von deutschem Boden immer mehr Krieg ausgeht. Sie unterstützen sie sogar, mit den extremsten Varianten der Kriegshetze, die sich in der Republik finden lässt.
  • Die ,,Israelsolidarität'' der ,,Anti''-Deutschen ist all dem untergeordnet, die Probleme die sich für Israels Bewohnerinnen als Insassen eines westlichen Bollwerks ergeben, gehen den ,,Anti''-Deutschen am Arsch vorbei. Solidarisch sind sie ausschließlich mir den - leider immer noch - dort regierenden Rechtsradikalen.
  • Ihre Ami-Fahnen schwenken sie für die Kriegspolitik von Bush, bei Obama wittern sie schon ,,antisemitische'' Tendenzen. Linke Israelis bezichtigen sie des ,,jüdischen Antisemitismus'', und wenn deutsche Juden sich kritisch zur israelischen Regierung äußern wollen, fühlt sich das halbe ,,anti''-deutsche Lager zu gewaltsamen Aktionen berechtigt, und alle zusammen rufen sie zum Boykott der ,,Alibi-Juden'', ,,Juden mit Selbsthass'' etc. auf.

Das ,,Anti''-Deutschtum ist rechts, es gibt keine ,,anti''-deutschen Linken. Die klare Trennung von ,,Anti''-Deutschen, speziell von zum ,,Anti''-Deutschtum konvertierten Kron-Zeugen »Linken Antisemitismus« muss die Konsequenz sein.
Die Auffassung ist falsch, dass die Bahamiten bloß das Problem einiger Strömungen in der Linken wären, die man selber nicht leiden kann ("Anti-Imps", Feministinnen, Leninisten, VeganerInnen, Natur- und TierschützerInnen, LaFontaine-Flügel in der Linkspartei). Den Rot=Braun-Hasspredigern geht es darum, die gesamte Linke zu bekämpfen (also auch Autonome, Libertäre, MarxistInnen etc, Realo-Flügel in der Linkspartei, Antirassistinnen usw.). Wer im innerlinken Richtungsstreit meint, er könne die Unterstützung von Bahamiten für die eigene Strömung nutzen, kollaboriert mit Rechtsradikalen.

[Minderheitsmeinung im Sozialforum:
Das trifft auch zu, wenn man im Bündnis mit Bahamiten meint, dem Stalinismus ausgerechnet Antisemitismus vorwerfen zu müssen, und nichts anderes.
Wenn „Anti“-Deutsche mal Neo-Nazis ihre Israel-Fahnen um die Ohren hauen, ist das ein erfreulicher Anblick. Wenn sie sich ausnahmsweise mal mit tatsächlichen Antisemiten prügeln würden, dann viel Erfolg! Es hat sogar schon den Fall gegeben, dass sich Nazis mit Hells Angels gebeult haben; Neonazis haben halt nicht nur linke Feinde. Der „anti“-deutsche Feind meines Feindes ist aber noch lange nicht mein Genosse.]

Weil am Antideutschtum nichts, aber auch gar nichts links ist, deswegen handelt es sich nie und nimmer um eine »innerlinke« Angelegenheit bei Auseinandersetzungen zwischen ,,Anti''-Deutschen Rechten und und Linken. Wenn ,,anti''-deutsche Provokationen für Angreifer körperliche Konsequenzen haben, mag es sich meist um eine inadäquate Reaktion handeln, aber keineswegs um ,,Gewalt gegen Linke'', von der alle Linken sich zu distanzieren hätte, zudem auch noch solche, die mit solchen Vorfällen nicht das geringste zu tun hatten.
Zudem wissen wir aus eigener Erfahrung, dass ein nicht unwesentlicher Teil der ,,anti''-deutschen Szene derartig fanasitiert ist, dass bei ihnen jederzeit mit gewalttätigen Angriffen auf Linke gerechnet werden muss, nebst daraus konstruierten Anzeigen. Die gewaltsame Schließung der B5 ist eingestandenermaßen Plan der ganzen ,,anti''-deutschen Kampfgemeinschaft in Hamburg. Am liebsten würden sie das selber in die Hand nehmen, aber realistischerweise setzen sie vor allem auf die Staatsgewalt, mit der sie ja gerne zusammenarbeiten. Schon deswegen sind sie eine Bedrohung für jedes linke Projekt, auch da, wo ihnen die Stürmung vom Kräfteverhältnis her nicht möglich ist.

Im Mai-Bündnis haben wir deswegen Ende Oktober 2009 verbindlich beschlossen, dass jedes Mitglied der beteiligten Gruppen den ,,Anti''-Deutschen soweit überhaupt möglich aus dem Weg zu gehen habe, um keinen Anlass für Anzeigen zu liefern, die aus ,,anti''-deutschen Falsch-Aussagen konstruiert werden könnten. Zweitens wurde beschlossen, dass Mitglieder der beteiligten Gruppen in keinem Fall auf ,,anti''-deutsche Provokationen eingehen.

Allerdings halten wir es schon für eine Selbstverständlichkeit, dass ,,Anti''-Deutsche in linken Strukturen nichts zu suchen haben. Hausverbote sind auszusprechen, ihre Veröffentlichungen in linken Diskussionsforen zu unterbinden, ihre Homepages gehören höchstens unter der Rubrik "Rechte" verlinkt und so weiter. Und es ist alles zu lassen, was den ,,Anti''-Deutschen in die Hände arbeitet.

Die Zusammenarbeit von Menschen eines breiten linken Spektrums ist Prinzip unseres Sozialforums. Sie ist notwendig bei lokalen und bundesweiten Bündnissen. Mit dem Distanzierungs- und Spaltungswahn, den die Bahamiten und andere „anti“-deutsche Rechte inszeniert haben, muss also endlich Schluss sein.

Kim Holland, K&D


[1] Der Link wurde inwischen bei McGuffin geändert auf sexykapitalismus.com. Gut möglich, dass der Link irrtümlich gesetzt war.

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