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Version 20.09.2006 Drucken

Hamburger Arbeit (HAB) ist jetzt Hamburger Zentrale für Zwangsarbeit

Eine Fuhre Mist gegen die HAB
→ mehr Bilder von unserer Aktion gegen die HAB

Ab den 1.3.2007 hat die Hamburger Arbeit (HAB) die Zuteilung und Verwaltung der 1-Euro-Jobs (verharmlosend „Aktiv-Jobs“ genannt) von der ARGE übernommen. Erwerbslose, die ALG-II beziehen, werden von nun an von dieser Institution gezwungen, für 1-Euro zu arbeiten.
Vielen ist die HAB noch aus Pressenberichten aus dem Jahr 2004 unrühmlich in Erinnerung, als schikanöse Praktiken wie das immerwährende Überstreichen einer Wand und das wiederholte Feudeln ein und desselben Fußbodens zur Erprobung der Arbeitsfähigkeit publik wurden. Neben der Durchführung solcherart Beschäftigungstraining war die HAB bislang selbst der größte Beschäftigungsträger Hamburgs.
Durch „Aktiv Jobs“ werden dort Tätigkeiten zu 1-Euro Zwangsarbeit verrichtet, die bislang auch von regulärer Lohnarbeit erfüllt wurden, z.B.

  • Pflege und Instandhaltung von Wegen, Spielplätzen und Parkanlagen
  • Stadtreinigung,
  • Arbeit in Bibliotheken
  • wissenschaftliche Untersuchungen an der Universität,
  • Betreuung von Kindern in Kindertagestätten und Schulen,
  • hauswirtschaftliche Arbeiten an Schulen Kindertagestätten und in Pflegeeinrichtungen,
  • Pflege- und Reinigungsarbeiten in Seniorenheimen.
Unsere Aktion gegen die HAB am 12. April 2007
→ mehr Bilder

Außerdem werden immer mehr 1-Euro-Jobber auch in der Privatwirtschaft eingesetzt. Von der vorgeschriebenen „Zusätzlichkeit“ und „Gemeinnützigkeit“ kann in weiten Teilen nicht die Rede sein. „Normal-Arbeitsverhältnisse“ werden haufenweise in Zwangsarbeitsverhältnisse umgewandelt.
Dass diese 1-€-Jobs zu 98 % nicht in normale Arbeitsverhältnisse übergehen, hat selbst der Bundesrechnungshof in einer Studie nachgewiesen.
„Aktivierende“ Schikane gegen „faule“ Arbeitslose und Zwangsarbeit schaffen keine Arbeit von der man leben kann wie behauptet wird. Die Massenarbeitslosigkeit ist der Erfolg der unternehmerischen Praxis, Arbeitskosen zu reduzieren um den Gewinn im Ergebnis zu erhöhen. So lässt die Ankündigung neuer Massenentlassungen die Aktienkurse regelmäßig nach oben springen und Aktionäre jubeln.
Armut wird produktiv gemacht. Harz IV und 1-Euro-Beschäftigung dienen dazu die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Hinter den abhängig Beschäftigten sollen immer mehr lauern, die diesen Job billiger ausüben wollen oder besser gesagt müssen. Die sinkenden Reallöhne sollen noch weiter gedrückt werden um so die Rentabilität der Unternehmen und ihre Konkurrenzfähigkeit in der Welt weiter zu erhöhen und abzusichern.
Die Drangsalierung von Erwerbslosen dient dazu, sie aus dem Bezug des Arbeitslosengeldes II zu kriegen, oder sie soweit zu demoralisieren, dass sie jeden Drecksjob annehmen, und sei es auch nur für 4,--€/Std. Die übrigen Erwerbslosen, die dem Druck erstmal noch standhalten, sollen nun von der HAB durch „aufsuchende Beratung“ (Bespitzelung der Privatsphäre), durch Kürzungsandrohungen etc. reif gemacht werden für den Niedriglohnsektor.

Nach den bisherigen Erfahrungen mit der Firma Hamburger Arbeit sollen Erwerbslose mit schikanösen Methoden weich für den Billiglohnsektor gemacht werden bzw. es wird versucht werden, sie aus dem Bezug von Arbeitslosengeld II zu kicken. Es  ist also zu befürchten, dass die Übertragung der Aufgaben der ARGE auf die HAB zu einer Verschärfung im Umgang mit den Erwerbslosen führt. Die Situation der Erwerbslosen wird sich vermutlich weiter verkomplizieren.

Weg mit Harz IV!

Schluss mit der schikanösen Behandlung von Erwerbslosen!

Schließung der HAB und aller anderen Beschäftigungsträger!

Bilder unserer Aktion vor der HAB- Zentrale und der Arbeitsagentur

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