Montag den 27.04. 19:30, Centro Sociale [Sternstr. 2]:
Wer sind die Kapitalisten?
Über die Eigentümer des Kapitals und die Charaktermasken der Klassengesellschaft
Angeblich soll es sich beim Kapitalismus schon lange um eine «subjektlose» Herrschaft handeln, bei der alle Akteure irgendwie nur Rädchen im Getriebe eines allgemeinen «Sachzwangs» sind. Durch diese Brille gesehen, sind alle Akteure nur Opfer, und wer das anzweifelt, muss mit reichlich öffentlich zur Schau gestellten Empörung rechnen.
Rechte Vordenker wie Prof. Sinn fühlen sich an die Nazizeit erinnert, wenn Investment-Manager für die aktuelle kapitalistische Krise verantwortlich gemacht werden. Und speziell diverse Exlinke fühlen sich zu einem Nazi-Vergleich genötigt, wenn jemand «personalisierte», «verkürzte Kapitalismuskritik» äußert. Das ist nicht weiter verwunderlich. Denn die moderne deutsche Vergangenheitsbewältigung gipfelt schließlich in der Lüge, dass der Nazi-Staat eine Art Zusammenrottung linker Kapitalisten-Hasser gewesen wäre.
Wie derartiger geistiger Sondermüll zu Stande kommt, ist allerdings nicht Schwerpunkt der Veranstaltung. Vielmehr soll geklärt werden, worauf das Eigentums-Verhältnis basiert, das der Kapitalismus nun einmal ist, und welche Sorte von Personen die Privateigentümer all der Produktionsmittel und der sonstigen Reichtümer sind, welche der Rest der Menschheit andauernd benötigt. Ferner wird die Frage behandelt, wer diese Personen dazu gemacht hat, und warum.
Im zweiten Teil der Veranstaltung wird sich zeigen, wie all die - meist ziemlich häßlichen - Charaktermasken zustande kommen, die das kapitalistische Erwerbsleben braucht: die anpassungsfähigen «Rädchen» im System, die gezwungen sind, sich für die Vermehrung des Privateigentums anderer Leute abzuarbeiten ihre Aufseher - und zuletzt diejenigen, die auf ihrem Recht beharren, dass ihr angelegtes Geld einen ordentlichen Ertrag bringt.
Vortrag + Diskussion
Vortrag: Andreas Schmidt, K&D, Sozialforum Eimsbüttel
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